Carlo Rovelli – Sieben kurze Lektionen über Physik

Bei Carlo Rovelli ist der Titel seines 2014 erstmals veröffentlichten Buches Programm: es handelt sich in der Tat um Sieben kurze Lektionen über Physik. Sehr kurz sogar, auf nur 90 Seiten gibt Rovelli einen groben Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse der Physik.

Rovelli behandelt zunächst die für ihn »schönste der Theorien«: Albert Einsteins Relativitätstheorie. Sie hat das menschliche Verständnis von Raum und Zeit tiefgreifend revolutioniert. In den weiteren Lektionen geht es um Quanten, den Aufbau unseres Universums, um Teilchen, Raumkörnchen, Wärme und Schwarze Löcher. Dabei füllt Rovelli für absolute Neulinge bisher trocken erschienene theoretische Gebilde mit Leben und inspiriert den neugierigen Forscher, der in uns allen steckt. Zu guter Letzt wirft Rovelli in Lektion 7 den obligatorischen kritischen Blick auf die menschliche Existenz und deren Bedeutung für das große Ganze.

Man muss Rovellis Werk als das betrachten, was es ist: ein Überblick über das weite Feld der physikalischen Erkenntnisse der letzten Jahrhunderte für absolute Anfänger. Rovelli bleibt also erwartungsgemäß oberflächlich. Wer mit den von ihm behandelten Konzepten bereits vertraut ist, wird vermutlich von der Lektüre gelangweilt. Wer sich allerdings mittlerweile ärgert die Physikstunden in der Schule weitgehend verpennt zu haben und diesen intellektuellen Rückstand aufzuholen gedenkt ist bei Rovelli an der richtigen Adresse. Das Buch ist so kurz und verständlich gehalten, dass es gerade einmal einen Nachmittag füllt, jedoch genug Basiswissen vermittelt, dass man sich für eine weiterreichende Recherche gewappnet fühlt und zumindest weiß, wonach man suchen muss.

John Irving – Das Hotel New Hampshire

Das Hotel New Hampshire, 1981 als fünfter Roman des amerikanischen Kult-Autors erschienen, ist bislang mein erster (und zu mindest für eine Weile auch letzter) Irving. Der Roman erzählt von der Familie Berry, bestehend aus den beiden Eltern und 5 Geschwistern, deren Familiengeschichte maßgeblich durch des Vaters Obsession von der erfolgreichen Führung eines eigenen Hotels geprägt ist.

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Margarete Stokowski – Untenrum frei

In ihrer 2016 erschienenen feministischen Essay-Sammlung Untenrum frei beschäftigt sich Margarete Stokowski mit der Frage wie es der Menschheit gelingen kann “untenrum frei” (in unserer Geschlechtswahrnehmung und Sexualität frei) zu werden. Sie stellt dabei die These auf, dass dies nur möglich sei, wenn wir uns “obenrum freimachen” (von kulturellen Normen und Sozialisation). Alle Essays hintereinander sollen eine Art Biografie des Frauwerdens darstellen, die teilweise durch Stokowskis Leben inspiriert und teilweise erfunden ist.

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Vladimir Nabokov – Pnin

Seit meiner Lektüre von Lolita brenne ich darauf meinen nabokovschen Horizont zu erweitern, aber bei insgesamt 19 Romanen fiel die Entscheidung schwer. Schließlich wählte ich Pnin als meine zweite Lektüre aus Nabokovs Feder und gewährte dem relativ kurzen Roman unverzüglich nach Beendigung Einzug in mein Favoriten-Regal. Pnin hat mich wahrlich begeistert.

Als wir die Hauptfigur Timofey Pnin das erste mal treffen, ist der russische Migrant im Exil Professor an einem fiktiven amerikanischen College Namens Waindall. Seine Person polarisiert: für die einen ist Pnin ein verschrobener, aber liebenswerter komischer Kauz, für die anderen eine unerträglich peinliche Erscheinung

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T. C. Boyle – Die Terranauten

T. C. Boyles neuster Roman Die Terranauten erschien erstmals auf Deutsch 2017 im Hanser-Verlag. Es geht um ein sowohl soziales als auch biologisches Experiment, bei dem 8 Wissenschaftler (4 Männer und 4 Frauen) für zwei Jahre in ein geschlossenes Ökosystem (genannt E2) gesperrt werden und darin vollkommen autark überleben sollen. Dieses Experiment wird finanziert und organisiert von Mission Control, einem Unternehmen, das jeden biologischen und sozialen Aspekt dieser Mission kontrolliert.

Ziel des Experiments ist das Öffnen der Luftschleuse zu verhindern – nichts hinein und nichts hinaus zu lassen – um die Machbarkeit einer solchen Lebensweise in einer lebensfeindlichen Umgebung wie dem Mars zu simulieren. Daher nennen sich die Wissenschaftler auch Terranauten.

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Dietmar Dath – Karl Marx

Karl Marx  von Dietmar Dath erschien 2018 in der neuen Reclam Reihe 100 Seiten, die laut Verlag auf genau 100 Seiten eine Einführung zu “aktuellen Themen für einen schnellen Überblick” (Quelle) geben soll. Diese Einführungen versprechen “persönlich geschrieben, modern gestaltet, unterhaltsam präsentiert” zu sein (Quelle). Vermutlich hätte ich mich beim Spontankauf von ersterem Versprechen bereits abschrecken lassen sollen, dem einzigen der drei übrigens, das vom Autor rigoros eingehalten wurde.

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S. E. Hinton – The Outsiders

 

“They grew up on the outside of society. They weren’t looking for a fight. They were looking to belong.”

“Stay gold, Ponyboy, stay gold.”

“Get smart and nothing can touch you.”

Ponyboy (14), der wirklich so heißt, lebt zusammen mit seinen beiden Brüdern. Ihre Eltern sind gestorben und das einzige, was den Brüdern Halt gibt, ist ihre Zugehörigkeit zur Straßenbande der “Greasers”. Sie sind verfeindet mit einer Bande, die sich “Socs” nennt und deren Mitglieder aus besseren Verhältnissen kommen. Als ein Greaser einen Soc tötet, gerät alles aus den Fugen und Ponyboys Welt droht in sich zusammen zu brechen.

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Emily Ruskovich – Idaho

“Sterben bedeutet nur, sich zu erinnern, dass man stirbt.”

Eine Familie, Mutter, Vater und die beiden Töchter, gehen an einem heißen Spätsommertag Feuerholz hacken. Doch ein Furchtbares Ereignis zerstört die Idylle, ein Ereignis in das die jüngste Tochter, die Mutter und ein Beil involviert sind. Der Vater Wade ist nun allein auf der Welt, seine Frau im Gefängnis, seine jüngste Tochter tot und die ältere Tochter seither unauffindbar. Mit Ann seiner neuen Frau versucht er weiter zu machen, sein Leben nun gezeichnet von Verlust – sowohl seiner Familie als auch seines Gedächtnisses, das er aufgrund einer Frühdemenz nach und nach vollkommen verliert.

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Harper Lee – Wer die Nachtigall Stört…

[…] ich glaube, es gibt nur eine Art von Menschen. Einfach Menschen.

[…] wer ein Gewehr bei sich hat, der fordert die Leute heraus, auf ihn zu schießen.

Die achtjährige Scout erzählt die Geschichte ihrer Kindheit, vor allem aber die Geschichte ihres Vaters, wie er in den 1930ern entgegen aller sozialer Normen die juristische Verteidigung des schwarzen Tom Robinson aufnimmt, der fälschlich beschuldigt wird eine weiße Frau vergewaltigt zu haben. Es geht um Rassismus in den Südstaaten der USA, aber auch um das Aufwachsen als junges Mädchen in einem solchen Umfeld.

Zunächst Folgen wir Scout durch ein paar Jahre ihrer Kindheit und erfahren mehr über das Dorf Maycomb, in dem sie mit ihrer Familie lebt. Diese Familie besteht aus dem Vater Atticus, der Anwalt ist, und ihrem 4 Jahre älteren Bruder Jem. Später dann entfaltet sich der Aspekt des Rassismus immer mehr und gipfelt letztlich im Prozess gegen den schwarzen Tom Robinson.

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