{"id":391,"date":"2017-11-14T10:45:50","date_gmt":"2017-11-14T09:45:50","guid":{"rendered":"http:\/\/bibliophilie.org\/?p=391"},"modified":"2019-06-04T22:58:53","modified_gmt":"2019-06-04T20:58:53","slug":"markus-zusak-die-buecherdiebin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/insipid.de\/?p=391","title":{"rendered":"Markus Zusak &#8211; Die B\u00fccherdiebin"},"content":{"rendered":"<h4><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-399 aligncenter\" src=\"http:\/\/bibliophilie.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_4219web-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1333\" srcset=\"https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_4219web-1.jpg 2000w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_4219web-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_4219web-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_4219web-1-700x467.jpg 700w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_4219web-1-960x640.jpg 960w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/IMG_4219web-1-1400x933.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><\/h4>\n<h4><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-378 aligncenter\" src=\"http:\/\/bibliophilie.org\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-Sterneb.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"15\" srcset=\"https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-Sterneb.jpg 2670w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-Sterneb-300x49.jpg 300w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-Sterneb-768x125.jpg 768w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-Sterneb-700x114.jpg 700w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-Sterneb-960x156.jpg 960w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-Sterneb-1400x228.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/h4>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>\u00a0Die B\u00fccherdiebin\u00a0<\/b>|\u00a0<strong>Markus Zusak\u00a0<\/strong>|\u00a0<strong>cbj\u00a0<\/strong>| 2014 | 351 Seiten<br \/>\nISBN: 3570158020 | 9,99\u20ac<\/p>\n<hr \/>\n<h4><!--more--><strong>Worum geht&#8217;s?<\/strong><\/h4>\n<p>Die Geschichte folgt Liesel Meminger im Alter von 9-14 Jahren durch die Nazi-Zeit und den zweiten Weltkrieg. Sie kommt nach dem Tod ihres Bruders mit 9 Jahren zu Pflegeeltern, da ihre alleinerziehende Mutter sich nicht mehr genug um sie k\u00fcmmern kann. Sie hat es schwer in der Schule, lernt jedoch langsam mit ihrem Pflegevater Hans Hubermann lesen und entdeckt ihre Liebe zu B\u00fcchern. Die Familie hat wenig Geld, daher f\u00e4ngt sie an hin und wieder B\u00fccher zu stehlen. Eines nachts steht Max Vadenburg, der j\u00fcdische Sohn eines Freundes von Hans Hubermann, in der K\u00fcche der Hubermanns, um einen Gefallen einzufordern. So gut es geht k\u00fcmmert sich die Familie um den Juden und versteckt ihn im Keller des Hauses.<\/p>\n<h4>Spoilerfreie Rezension<\/h4>\n<p>Ich hatte relativ gro\u00dfe Erwartungen an dieses Buch. Ein\u00a0\u00d8 4.36 auf Goodreads ist ja eine Traumbewertung, nahezu jeder in meiner Goodreads-Freundesliste hat diesem Buch 5 Sterne gegeben. Viele bezeichnen es als &#8220;lebensver\u00e4ndernd&#8221;, alle scheinen es zu lieben. Nur ich nicht.<\/p>\n<p>Eine Besonderheit des Buches ist der Erz\u00e4hler. Und genau das ist auch mein erster Kritikpunkt. Die Geschichte wird erz\u00e4hlt vom personifizierten Tod, der jedoch laut eigener Aussage weder Sense noch Kapuzenumhang tr\u00e4gt. Das ist zun\u00e4chst eine interessante Pr\u00e4misse, jedoch empfinde ich die Ausf\u00fchrung als mangelhaft. Gleich am Anfang erkl\u00e4rt der Tod, er habe die B\u00fccherdiebin nur drei Mal getroffen &#8211; dennoch verh\u00e4lt er sich die meiste Zeit wie ein auktorialer Erz\u00e4hler. Da stellt sich nat\u00fcrlich die Frage: wie kann das sein? In ca. 90% des Buches merkte man nicht wirklich viel davon, dass der Tod erz\u00e4hlt, was f\u00fcr mich ein Indiz daf\u00fcr ist, dass man es vermutlich besser h\u00e4tte lassen sollen. So erschien diese Besonderheit doch nur als unn\u00f6tiges &#8220;Gimmick&#8221;, um die Geschichte irgendwie einzigartig zu machen &#8211; ging meiner Meinung nach eher nach hinten los.<\/p>\n<p>Noch etwas, was mich sehr gest\u00f6rt hat und vermutlich auch als Gimmick bezeichnet werden k\u00f6nnte sind hin und wieder zentriert und fettgedruckte Einsch\u00fcbe von Listen und zuf\u00e4lligen Fakten \u00fcber diverse Aspekte der Geschichte. Das hat meinen nat\u00fcrlichen Lesefluss wahnsinnig gest\u00f6rt und erzeugte bei mir wieder den Eindruck, dass Mr. Zusak das Buch dadurch irgendwie &#8220;besonders&#8221; machen wollte. Hat f\u00fcr mich pers\u00f6nlich auch hier nicht funktioniert.<\/p>\n<p>Nun zum eigentlichen Inhalt. Die Charaktere waren mir einfach zu glattgelutscht. Der Pflegepapa? Supers\u00fc\u00df. Der beste Freund Rudi? Supers\u00fc\u00df. Die Liesel? Ein bisschen frech, aber trotzdem herzallerliebst. Der Jude im Keller? Superlieb. Ja selbst die schroffe Pflegemutter wurde im Verlauf des Buches immer liebevoller. Es gab \u00fcberhaupt keine Reibung zwischen den Figuren, keinerlei Spannung oder Konflikt. Es war alles zu perfekt, nicht nur unrealistisch, sondern auch wahnsinnig langweilig.<\/p>\n<p>Der Plot war sehr anekdotenhaft erz\u00e4hlt, was ich okay fand, jedoch halte ich ihn insgesamt f\u00fcr extrem kitschig. Diese ewige &#8220;Wir-verstecken-einen-Juden&#8221;-Heldengeschichte finde ich mittlerweile wirklich abgenutzt und sehr stereotyp. Ich wurde das Gef\u00fchl nicht los, dass Mr. Zusak den Holocaust einfach nur instrumentalisiert hat, um ein Drama zu kreieren, was mal wieder so richtig auf die Tr\u00e4nendr\u00fcse dr\u00fcckt. Womit ginge das auch besser als mit einem so furchtbaren Ereignis?<\/p>\n<p>Insgesamt gab es jedoch auch Passagen, in denen ich das Lesen genossen habe. Es war nicht komplett furchtbar, aber um ehrlich zu sein war ich am Ende froh, dass es vorbei war. Die fast 600 Seiten empfand ich nicht als gerechtfertigt und ich kann den Hype nicht so richtig nachvollziehen. Da ich das Buch als nicht besonders tiefsinnig empfand, gibt es heute auch keine Diskussion dazu. Ich denke wir sind uns alle einig, dass sowohl der Holocaust als auch der 2. Weltkrieg furchtbar waren und mehr gibt es dazu denke ich nicht zu sagen.<\/p>\n<p>Wie hat euch das Buch gefallen? Wollt ihr es noch lesen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Die B\u00fccherdiebin\u00a0|\u00a0Markus Zusak\u00a0|\u00a0cbj\u00a0| 2014 | 351 Seiten ISBN: 3570158020 | 9,99\u20ac<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/391"}],"collection":[{"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=391"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/391\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":441,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/391\/revisions\/441"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=391"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=391"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=391"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}