{"id":335,"date":"2017-10-19T17:10:58","date_gmt":"2017-10-19T15:10:58","guid":{"rendered":"http:\/\/bibliophilie.org\/?p=335"},"modified":"2019-06-04T22:58:53","modified_gmt":"2019-06-04T20:58:53","slug":"haruki-murakami-kafka-am-strand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/insipid.de\/?p=335","title":{"rendered":"Haruki Murakami &#8211; Kafka am Strand"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-346 aligncenter\" src=\"http:\/\/bibliophilie.org\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_3797web-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2500\" height=\"1667\" srcset=\"https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_3797web-1.jpg 2500w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_3797web-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_3797web-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_3797web-1-700x467.jpg 700w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_3797web-1-960x640.jpg 960w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/IMG_3797web-1-1400x934.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 2500px) 100vw, 2500px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-340\" src=\"http:\/\/bibliophilie.org\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-Sternb.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"15\" srcset=\"https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-Sternb.jpg 2670w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-Sternb-300x49.jpg 300w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-Sternb-768x125.jpg 768w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-Sternb-700x114.jpg 700w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-Sternb-960x156.jpg 960w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-Sternb-1400x228.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8220;Je dringender man etwas sucht, desto weniger findet man es. Aber wenn man einer Sache entkommen will, st\u00f6\u00dft man wie von selbst auf sie.&#8221;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8220;Das Gl\u00fcck hat nur ein Gesicht, aber das Ungl\u00fcck hat f\u00fcr jeden Menschen ein anderes.&#8221;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<h4><span style=\"color: #444349;\"><strong>Spoilerfreie Rezension<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Tja, was soll ich sagen? Auf dieses Buch habe ich mich wahnsinnig gefreut, leider hat es mich wahnsinnig entt\u00e4uscht. Ich habe von vornherein nicht erwartet, dass mir eine perfekte Logik pr\u00e4sentiert wird und habe mich auf viel Metaphorik eingestellt, aber auf das was kam, war ich dennoch nicht vorbereitet.<\/p>\n<p>Kafka am Strand erz\u00e4hlt die Geschichte des 15-J\u00e4hrigen Kafka Tamura, der von zu Hause wegl\u00e4uft und dann mehr oder weniger seinem Schicksal verf\u00e4llt. Das ganze basiert grob auf dem \u00d6dipus-Mythos, dem entsprechend ahnt man schon relativ fr\u00fch wie das Schicksal wohl in etwa aussieht. Parallel zu Kafka Tamuras Geschichte verfolgt Murakami jedoch in jedem zweiten Kapitel noch einen weiteren Handlungsstrang, der dem alten Mann Nakata folgt. Dieser ist seit einem &#8220;Unfall&#8221; in seiner Kindheit etwas &#8220;besonders&#8221;.<\/p>\n<p>Ich war total gespannt darauf wie Murakami diese beiden zun\u00e4chst sehr interessanten Handlungsstr\u00e4nge zusammenbringen w\u00fcrde, jedoch passierte das zu meiner Frustration erst sehr sp\u00e4t und dazu noch absolut unzureichend. Mein gr\u00f6\u00dftes Problem mit diesem Buch ist, dass wirklich am Ende rein gar nichts aufgekl\u00e4rt wurde. Warum Nakata und Kafka irgendeine Form von Verbindung haben? Keine Ahnung. Warum Kafka ein \u00d6dipus-\u00e4hnlicher Fluch anlastet? Keinen blassen Schimmer. Insgesamt war der ganze Plot nicht nur wirr, sondern auch sehr ungleichm\u00e4\u00dfig. Lange Strecken \u00fcber passierte einfach gar nichts, sodass ich das Buch kaum mehr in die Hand nehmen wollte, und dann auf einmal prasselten die Ereignisse nur so auf mich ein, allerdings warfen die meist mehr Fragen auf, als dass sie welche beantworteten.<\/p>\n<p>War das ganze wohlm\u00f6glich nur eine Metapher? Vermutlich. Im Buch selber wird st\u00e4ndig von Metaphern gesprochen. Au\u00dferdem scheint jeder Charakter der Geschichte (mit Ausnahme von Nakata und seinem sp\u00e4teren Freund Hoshino) wahnsinnig belesen und gebildet zu sein. Jeder in der Geschichte kennt sich mit Literatur, klassischer Musik und sonst allem aus, was man so kennen muss als Intellektueller (&lt;\/ironie&gt;). Das empfand ich pers\u00f6nlich als wahnsinnig unglaubw\u00fcrdig und nervig. Kein 15-J\u00e4hriger liest und versteht zum Spa\u00df soziologische Fachb\u00fccher.<\/p>\n<p>Insgesamt fand ich den Schreibstil gut, aber jetzt auch nicht besonders. Es las sich fl\u00fcssig, war nur manchmal etwas dahingelabert. Zu viele unwichtige Details, die das ganze unn\u00f6tig in die L\u00e4nge gezogen haben. Das Buch h\u00e4tte locker 200 Seiten weniger haben k\u00f6nnen und die Geschichte w\u00e4re die gleiche geblieben.<\/p>\n<p>Die Geschichte war entweder unvollst\u00e4ndig oder aber so kryptisch, dass man sie auf gar keinen Fall beim ersten Lesen dechiffrieren kann. Das w\u00e4re bei einem 200-Seiten-Buch vollkommen okay &#8211; liest man einfach irgendwann nochmal. Aber ich bin echt nicht gewillt mir die 892 Seiten nochmal anzutun, nur weil Mr. Murakami nicht dazu in der Lage ist eine spannende Geschichte zumindest ansatzweise logisch nachvollziehbar darzustellen.<\/p>\n<p>Wenn euch eine koh\u00e4rente und nachvollziehbare Geschichte wichtig ist, dann kann ich Kafka am Strand absolut nicht empfehlen. Angesichts der Tatsache, dass das Buch auf <a href=\"https:\/\/www.goodreads.com\/book\/show\/4929.Kafka_on_the_Shore\">Goodreads<\/a>\u00a04,13 Sterne hat, scheinen das aber viele Menschen entweder anders zu sehen, oder auf andere Aspekte Wert zu legen. Ich kann den Hype nicht nachvollziehen und w\u00fcsste ehrlich gesagt nicht, wem ich dieses Buch empfehlen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Auf <a href=\"https:\/\/www.goodreads.com\/questions\/139795-why-is-this-book-so-loved-i-mean-i\">die Frage bei Goodreads<\/a>, warum das Buch so beliebt sei, antwortete ein <a href=\"https:\/\/www.goodreads.com\/user\/show\/5685790-charles\">Goodreads-Mitglied<\/a> folgendes:<\/p>\n<blockquote><p>There is nothing special about the book. It&#8217;s simply a messy exercise in intellectual masturbation, rehashing ideas from a dozen other books and managing to create a pointlessly meandering and totally vacuous story about lots of random stuff and people wandering about for no obvious reason.<\/p><\/blockquote>\n<p>und das fasst es f\u00fcr mich ehrlich gesagt ganz gut zusammen.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #444349;\"><strong>Diskussion (Achtung, Spoiler)<\/strong><\/span><\/h4>\n<p>Okay, nun mal Butter bei die Fische. Ich werde jetzt mal ein bisschen \u00fcber spezielle Stellen sprechen, die mir nicht gefallen haben. Wenn du das Buch auch gelesen hast, w\u00fcrde mich \u00fcbrigens deine Meinung sehr interessieren! Schreib mir also gern in die Kommentare, wie du das ganze siehst.<\/p>\n<p>Von all den ungel\u00f6sten R\u00e4tseln habe ich viele einfach stillschweigend hingenommen. Warum auf Kafka der Fluch lastet (das ist sogar im Original-\u00d6dipus erkl\u00e4rt), wieso sein Vater ihn ausgesprochen hat und was es mit Kafkas tierischem Alter Ego auf sich hatte zum Beispiel. Aber was mich doch sehr genervt har war, dass man nie erf\u00e4hrt was den Kindern im Wald zustie\u00df, als sie alle bewusstlos wurden, dass man nie erf\u00e4hrt, wieso Nakata Kafkas Vater umbringt, dass nicht verst\u00e4ndlich deutlich wurde, wieso Frau Saeki Kafka verlie\u00df und wieso Sakura sich so unwissend gibt. Das vermutlich wichtigste aber: Was ist das f\u00fcr eine andere Welt, wieso l\u00e4sst sie sich mit einem Stein \u00f6ffnen und wozu ist sie gut? Und dieses glibberige Wesen in Colonel Sanders Wohnung &#8211; wieso? Ich denke die Frage wieso ist sowieso der zentrale Punkt. Wieso? Beim Lesen fragte ich mich st\u00e4ndig: Wieso? Ich gebe mich nicht damit zufrieden als Leser dreiviertel der Geschichte selbst zu erfinden, weil der Autor das irgendwie besonders avantgardistisch findet.<\/p>\n<p>Wenn das ganze nur metaphorisch gemeint sein sollte, dann h\u00e4tte man das finde ich dennoch mehr oder weniger aufl\u00f6sen oder ausschm\u00fccken k\u00f6nnen. Da h\u00e4tte man sich ja noch am Ende einen Kniff \u00fcberlegen k\u00f6nnen. Und genau diesen Kniff, wo man irgendwie einen Erkenntnisgewinn hat, wo man erkennt, dass es einen Hintergrund und eine \u00fcbergeordnete Idee gibt, den gab es nicht. Ich finde es okay nicht immer alles aufzul\u00f6sen, aber so derartige Abgr\u00fcnde offen zu lassen ist ja schon grob fahrl\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Ist ein bisschen wie ein abstraktes Gem\u00e4lde: manche behaupten es sei Kunst, alle anderen stehen davor und denken &#8220;Das kann ich auch malen.&#8221;.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #444349;\"><strong>Kafka am Strand | Haruki Murakami | btb Verlag | 2009 | 892 Seiten<br \/>\n<\/strong>ISBN: 3442740436 | 11,99\u20ac<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Das Gl\u00fcck hat nur ein Gesicht, aber das Ungl\u00fcck hat f\u00fcr jeden Menschen ein anderes.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/335"}],"collection":[{"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=335"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/335\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":416,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/335\/revisions\/416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=335"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=335"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/insipid.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=335"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}