{"id":268,"date":"2017-10-03T14:30:31","date_gmt":"2017-10-03T12:30:31","guid":{"rendered":"http:\/\/bibliophilie.org\/?p=268"},"modified":"2019-06-04T22:58:53","modified_gmt":"2019-06-04T20:58:53","slug":"f-scott-fitzgerald-the-great-gatsby","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/insipid.de\/?p=268","title":{"rendered":"F. Scott Fitzgerald &#8211; The Great Gatsby"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Bewertung\u00a0<img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-269\" src=\"http:\/\/bibliophilie.org\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/3-Sterne-300x49.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"15\" srcset=\"https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/3-Sterne-300x49.jpg 300w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/3-Sterne-768x125.jpg 768w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/3-Sterne-700x114.jpg 700w, https:\/\/insipid.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/3-Sterne.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u00bbUnd ich mag gro\u00dfe Partys. Sie sind so intim. Auf kleinen Partys ist man nie unter sich.\u00ab<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u00bbEine neue Welt, materiell, aber nicht real, voller armseliger Geister, die ziellos umherdrifteten, w\u00e4hrend sie Tr\u00e4ume sch\u00f6pften wie Atem\u2026\u00ab<\/em><!--more--><\/p>\n<p><strong>Spoilerfreie Rezension<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn ihr auf dem Bild eine wundersch\u00f6ne englische Ausgabe seht, muss ich gestehen, dass ich leider &#8220;nur&#8221; das deutsche eBook gelesen habe. Shame on me, aber ich wollte die wundersch\u00f6ne Sprache genie\u00dfen k\u00f6nnen, ohne die H\u00e4lfte der W\u00f6rter nachschlagen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>F. Scott Fitzgerald erz\u00e4hlt in &#8220;Der Gro\u00dfe Gatsby&#8221; (1925) die Geschichte von Jay Gatsby, der die Liebe seines Lebens, Daisy, \u00a0w\u00e4hrend des Krieges aus den Augen und an einen anderen Mann verloren hatte. Er ist in New York f\u00fcr seine ausschweifenden Partys bekannt, au\u00dferdem ranken sich diverse Legenden um seine mysteri\u00f6se Person und um seinen Reichtum. Nach Jahren treffen sie \u00fcber Umwege wieder aufeinander, woraus sich einige Spannungen unter anderem mit Daisys Ehemann Tom ergeben, der unter anderem auch eine Aff\u00e4re hat. Das ganze f\u00fchrt zu einigen ung\u00fcnstigen Ereignissen, die ich aus Spoilergr\u00fcnden lieber f\u00fcr mich behalte.<\/p>\n<p>Insgesamt hatte ich an den gro\u00dfen Gatsby gro\u00dfe Erwartungen und war leider fast ein bisschen entt\u00e4uscht. Ich stellte mir ein wundervolles Portr\u00e4t der 20er Jahre mit all ihren Oberfl\u00e4chlichkeiten vor. Sprachlich ist das auch wirklich gelungen, die pr\u00e4tenti\u00f6se Gesellschaft wurde wundervoll beschrieben.<\/p>\n<p>Jedoch hatte die Sache f\u00fcr mich einen Haken. Erz\u00e4hlt wird die ganze Geschichte von Nick Carraway, Daisys Cousin. Er stammt nicht aus der High Society und arbeitet hart f\u00fcr sein Geld. Dementsprechend moralisiert er h\u00e4ufig das arrogante Gehabe der Reichen und Sch\u00f6nen. Dabei habe ich mich als Leser bevormundet gef\u00fchlt. Mir h\u00e4tte es besser gefallen, wenn der Autor uns eine neutrale, vielleicht gar \u00fcberzeugend positive Schilderung der &#8220;Golden 20ies&#8221; pr\u00e4sentiert h\u00e4tte und dem Leser vertraut h\u00e4tte, selbst hinter die schillernde Fassade blicken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich muss auch sagen, dass ich Gatsbys Verhalten teilweise etwas unheimlich fand, in etwa so befremdlich wie Edward Cullen oder Christian Grey. Seine Zuneigung zu Daisy wirkte nicht echt, sondern besessen. Aber ich vermute mal, das war Mr. Fitzgeralds Plan.<\/p>\n<p>Allerdings habe ich beim Lesen Baz Luhrmans wahnsinnig tolle Verfilmung sch\u00e4tzen gelernt. Die Bilder gingen mir beim Lesen nicht aus dem Kopf und Mr. DiCaprio hat definitiv auch einen Wahnsinnsjob geleistet.<\/p>\n<p><strong>Diskussion (Achtung, Spoiler)<\/strong><\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt empfand ich Nicks Erz\u00e4hlweise oft als moralisierend und bevormundend. Am deutlichsten zeigt sich das meines Erachtens in dem Moment, als er begreift, dass niemand zu Gatsbys Beerdigung kommen wird und er nahezu jeden Bekannten anruft, um irgendjemanden finden, der kommen will. Das Ganze war f\u00fcr mich irgendwie zu obvious, Nick wirkte permanent wie ein hineingequetschter Sympathietr\u00e4ger, was ihn ironischerweise wahnsinnig unsympathisch gemacht hat. Auch als er zu Wolfsheim geht und ihn damit konfrontiert, wie er es findet, dass er nicht zu Gatsbys Beerdigung kommt, fand ich ziemlich unn\u00f6tig.<\/p>\n<p>Einfach alles so im Raum stehen zu lassen wie es ist und auf die Intelligenz des Lesers zu vertrauen h\u00e4tte dem Werk stilm\u00e4\u00dfig besser getan. So hatte ich st\u00e4ndig das Gef\u00fchl der Autor jagt mich mit Wegweisern in die Richtung, die er f\u00fcr richtig h\u00e4lt, unabh\u00e4ngig davon ob ich diese vielleicht auch so eingeschlagen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Mehr gibt es zur Diskussion auch meiner Meinung nach nicht beizutragen. Ich werde mir hier keinen Arm ausrei\u00dfen um das Buch zu interpretieren. Die zeitlichen Bez\u00fcge sind denke ich jedem weitgehend bekannt und ich bin ehrlich gesagt kein Fan davon das Leben des Autors in die eigene Deutung mit reinzuziehen.<\/p>\n<p>Falls ihr den Gro\u00dfen Gatsby auch gelesen habt, lasst mich eure Meinung wissen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbUnd ich mag gro\u00dfe Partys. Sie sind so intim. 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